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  1. #1
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    Wie man seine moralische Autorität verspielt: Bono und die Paradise Papers

    Vorab: natürlich wird das alles im Moment hochgejubelt und zu einer Story aufgebaut. Aber trotzdem!

    Ich habe mit Interesse diesen Thread verfolgt (http://u2-forum.com/showthread.php?2...g-San-Suu-Kyi&), beschäftigt mich auch sehr, dass U2 da jemanden gepusht haben und sich nun dezent zurückhalten.
    Nun ist heute herausgekommen, dass z.B. die Queen, große Firmen und eben auch Bono mit Hilfe von Offshore-Firmen Geld an der Steuer vorbeigeschleust haben.
    (kurz und knapp z.B. hier: http://www.tagesschau.de/ausland/par...apers-189.html)

    Das ist nicht illegal! Aber moralisch höchst fragwürdig.
    Ohne jetzt eine Neiddebatte lostreten zu wollen, oder über die Rechtmäßigkeit von Bonos Reichtum diskutieren zu wollen:
    Wie stellt er sich das vor? Wie kann man ernsthaft zu Spenden aufrufen, wie kann man ernsthaft die höhere Verwendung von staatlichen Mitteln (also Geld, das eben aus Steuern kommt) verlangen, und selber eben diese Steuern meiden?
    Wie kann man ernsthaft davon sprechen, dass es nur einen Dollar am Tag braucht, um Menschen am Leben zu erhalten, und dann Millionen am Fiskus vorbeileiten?

    Noch einmal: Ich gönne Bono seine Kohle. Ein nicht unerheblicher Teil kommt von mir
    Aber es beschädigt, wenn nicht sogar vernichtet seine moralische Integrität, wenn man so etwas macht. Da hilft es nichts, wenn andere es auch tun.

    Ich erinnere mich an Glastonbury, und die recht angefressene Reaktion auf das "U pay tax 2?"-Transparent. Ich frage mich, was passieren würde, wenn einige Fanclubs auf Konzerten etwas ähnliches abziehen würden, und Bono die Gretchenfrage stellen würden: Bist du wirklich noch "a rock star with a cause" (2004)? Oder nur noch "peeling off those dollar bills? [...] 100, 200?"
    Did you hear about the dislexic devil-worshipper? He spent his life praising Santa.

  2. Die folgenden 6 Mitglieder bedanken sich bei innergetic für dieses Posting:


  3. #2
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    "moralische Integrität" finde ich an der Stelle schwierig - so wie ich das verstanden habe, waren es legale Investments mit einer legalen Steuerstruktur.

  4. Das folgende Mitglied bedankt sich bei Wave für diesen Beitrag:


  5. #3
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    Und das zunächst in der EU (Malta). Später hat die Firma den Sitz nach Jersey (Kronenbesitz) verlegt.

    Abgesehen davon lebt Bono noch in Irland und wird alleine deswegen dort nicht unerheblich Steuern zahlen. Vermögenssteuer, Grundsteuer etc. Auch wenn (Teile) seiner Einnahmen, die ja auch weltweit generiert werden, woanders besteuert werden, etwa der Musikverlag in den Niederlanden (EU).

    Das der Mann sein Geld weltweit investiert und dabei lohnenden Investments vorzieht ist klar, würde ich auch so machen. Ist jetzt aber nicht so, dass er sein gesamtes Vermögen am irischen Fiskus vorbeischleust. Ich kaufe (im kleinen natürlich) ja auch teilweise global ein, weil es billiger ist, und spare damit auch (legal) in Deutschland anfällige Steuern.

    Spenden sammelt er übrigens auch nicht. We don't want your Money, we want your Voice.

    Solane es legal ist können die Politiker auch schlecht mit dem Finger auf "Steuer-Optimierer" zeigen. Ich kann niemanden vorwerfen, sich an Gesetze zu halten. Wenn die Gesetze mir nicht passen, muss ich sie ändern.

  6. Die folgenden 5 Mitglieder bedanken sich bei hardti für dieses Posting:


  7. #4
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    Ohje da wird wieder was auf ihn niederprasseln, da tut er mir jetzt schon leid

    Vorneweg: ich arbeite in einer Firma, die sowas auch tut. Ich kann es also moralisch gar nicht verwerflich finden. Bei uns geht aber auch viel Geld ins Ausland, weil auch dort Menschen sitzen, die für uns arbeiten.

    Außerdem sollte JEDER, der hier wieder seinen moralischen Zeigefinger hebt, einmal in sich gehen und über seine (globalen) Aktivitäten nachdenken. Wer von diesen, die hier schon wieder gegen Bono wettern, kauft nicht bei Aldi, Lidl oder Netto, einen Liter Milch, von der der Bauer einen Bruchteil dessen bekommt, was er bekommen müsste? Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen.

    Kik, H&M, oder auch gerne die teuren Nike...tragt ihr sowas nicct?
    Ausbeuterfirmen, die Arbeiter in Fabriken zB in Bangladesh beschäftigten mit menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Wer hat ne Nespresso zuhause oder kauft anderes Zeug von diesem F***konzern Nestle? Was der mit Wasserquellen in Drittweltländern macht, ist kein Geheimnis.
    Und genau diesen Menschen wiederum versucht Bono zu helfen.
    Menschen in Drittweltländern, denen es schlecht geht, damit es den Erstweltländern gut geht. „Geiz ist geil“, ne?

    So, also an alle, die nun wieder mit der gleichen Bono pay your taxes Leier anfangen: bitte gerne erstmal vor der eigenen Tür kehren!

    Ich bin überzeugt, dass er mehr als genug Steuern zahlt in IRL. Aber darüber hinaus macht er - und dies vermutlich als „Ausgleich“ zu seinem Vermögen - Dinge, die viel wichtiger sind.
    Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass er gar nicht detailliert weiß, wo und in was er da genau investiert. Hat er nicht mal früher viel Geld aufgrund irgendwelcher Fehlinvestitionen verloren? Ich meinte, das gelesen zu haben, und dass er von sowas keine Ahnung hat.
    Geändert von Lufuki (06.11.2017 um 06:48 Uhr)

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  9. #5
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    Ich möchte wissen, wer von uns jeden Cent versteuert, wer das nicht genauso machen würde?

    Ich höre U2, weil mir die Musik gefällt. Die moralische Integrität der Musiker ist mir schnuppe. Ich bin ja z.B. auch kein Christ und akzeptiere trotzdem den Glauben der Mitglieder von U2.

    Das ist jetzt bewusst sehr überspitzt formuliert von mir, aber wie oben geschrieben wurde: Es war nichts illegales. Jeder, der das kritisiert, ist in meinen Augen ein Heuchler. Und ich bin nun wirklich kein U2 Fanboy. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich die Band nicht zu meinen absoluten Lieblingsgruppen zähle.
    Geändert von Archangel (06.11.2017 um 07:10 Uhr)
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  11. #6
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    Zitat Zitat von Wave Beitrag anzeigen
    "moralische Integrität" finde ich an der Stelle schwierig - so wie ich das verstanden habe, waren es legale Investments mit einer legalen Steuerstruktur.
    moralisch wird hier mE genau korrekt verwendet. moralisch bedeutet ja eben anderes/mehr als gesetz.

    zu den neuen leaks: ich kann nicht sagen, dass ich überrascht bin. und verstehe jeden, der sich über bono ein stück weit lustig macht. meine "beziehung" zur band beeinträchtigt es aber nur bedingt, da ich die musik mag - und mir das privatleben der vier weitgehend völlig egal ist.

  12. Die folgenden 5 Mitglieder bedanken sich bei Dyrnberg für dieses Posting:


  13. #7
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    Also wir zahlen unsere Steuern, wir sind aber auch nicht reich und können nirgendwo Millionen verstecken. Ich finde es schon moralisch fragwürdig, wenn Menschen, die Millonen oder Milliarden auf dem Konto haben und in der Welt rumreisen mit dem Kredo diese zu retten und zu einem besseren Ort machen zu wollen, dann dubiose Geschäftsmodelle nutzen, um weitere Millionen zu scheffeln und Steuern zu sparen. Selbst wenn es legal ist - ich finde es schäbig. Und Mitleid habe ich da auch nicht. Ich glaube nicht, dass Bono am Hungertuch nagen würde, würde er sein Vermögen ordentlich versteuern.

    Und ob er es weiß- nun er hat zumindest denAuftrag gegeben sein Vermögen zu verwalten und da kann ich hinterher nicht sagen: „ich habe nichts gewusst „

    Ich bin großer U2 Fan und großer Bono Fan. Ich mag seine Ideen und ich unterstütze ONE, aber genau deswegen darf man das auch kritisch hinterfragen.

  14. Die folgenden 3 Mitglieder bedanken sich bei Hesperos für dieses Posting:


  15. #8
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    Zitat Zitat von Hesperos Beitrag anzeigen
    würde er sein Vermögen ordentlich versteuern.
    Inwiefern zahlt er seine Steuern denn nicht "ordentlich"?

    Zahlt jeder, der nicht mehr Steuern zahlt als erforderlich, nicht "ordentlich"? Was ist z.B. im Kleineren mit Menschen, die sich die Mühe machen bei der Einkommenssteuererklärung und so viel Belege sammeln und einreichen, dass sie an Werbungskosten am Ende mehr geltend machen können als nur den Pauschalbetrag? Zahlen diese Optimierer nicht "ordentlich", weil sie - sich an die gesetzlichen Bestimmungen haltend - im Verhältnis weniger zahlen als andere? Bono macht im Größeren m.E. nichts anderes. Wen man das nicht mag, muss man, wie jemand anders hier schon schrieb, die Gesetze ändern. Schwierig, klar, da es letztlich ein weltweit harmonisiertes Steuerrecht bräuchte, um derartige Kapitalflüsse zu verhindern.
    Geändert von Hewson (06.11.2017 um 07:49 Uhr)

  16. Das folgende Mitglied bedankt sich bei Hewson für diesen Beitrag:


  17. #9
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    Also Belege sammeln und diese von der Steuer absetzen ist ein ganz normaler Vorgang. Das erfordert nur ein wenig Kenntnisse. Das Geld aber hin- und herschieben innerhalb Europas bzw. Offshore Firmen, um dann über x Umwege Steuern gezielt am Fiskus vorbeizuschieben. Das hat nichts mehr mit einer Versteuerung zu tun.

  18. Die folgenden 2 Mitglieder bedanken sich bei Hesperos für dieses Posting:


  19. #10
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    Das eigentliche Problem ist jedoch die Tatsache, dass es eben legal ist.
    Die deutsche und auch europäische Gesetzgebung läuft seit Jahrzehnten den Steueroptimierungsmodellen hinterher, ohne eine Eindämmung in den Griff zu bekommen.
    Hat man eine Lücke geschlossen, wurden längst wieder neue entdeckt.

    Aber: Anwälte und Trust-Verwalter einzuschalten, die nur dafür bezahlt werden (und das mit horrenden Summen), diese Optimierungsmodelle weiter auszubauen und zu perfektionieren, halte ich für moralisch fragwürdig, wenn es um U2 geht.
    Das hat mit einer üblichen Steuerberatung nichts mehr zu tun und das dürfte auch dem größen U2-Fan klar sein.

  20. Das folgende Mitglied bedankt sich bei CoolinInCali für diesen Beitrag:


  21. #11
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    Zitat Zitat von Hesperos Beitrag anzeigen
    Also Belege sammeln und diese von der Steuer absetzen ist ein ganz normaler Vorgang. Das erfordert nur ein wenig Kenntnisse. Das Geld aber hin- und herschieben innerhalb Europas bzw. Offshore Firmen, um dann über x Umwege Steuern gezielt am Fiskus vorbeizuschieben. Das hat nichts mehr mit einer Versteuerung zu tun.
    Sehe ich anders. Steuern optimieren, macht so ziemlich jeder. Wer mehr Vermögen hat, hat mehr zu optimieren und dabei auch mehr Möglichkeiten. Legal ist die Optimierung unabhängig vom "Ertrag". Bleibt also die Frage, ob bzw. wo die Linie, ab der es moralisch nicht ok ist, zu ziehen ist. Die muss jeder für sich selbst beantworten. Da ich vom Mechanismus her, wie schon gesagt, keinen Unterschied sehe, sondern lediglich von der Dimension her betrachtet, ziehe ich gar keine solche Linie.

  22. Das folgende Mitglied bedankt sich bei Hewson für diesen Beitrag:


  23. #12
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    Nachdem was bekannt ist war Bono "nur" an einer Immobilienfirma beteiligt. Und das als "minority". Die Firma saß auf Malta und hat ihren Besitz, das Einkaufszentrum in Litauen, dann nach Jersey verlegt. Es war ein Investment von vermutlich vielen, über die wir nichts wissen.

    Wo Bono selbst da jetzt Anwälte und Trust-Verwalter eingeschaltet hat sehe ich da (noch) nicht, eben sowenig dass er sein gesamtes Vermögen (um es überspitzt auszudrücken) am Fiskus vorbei schleust. Wobei gerade der irische Fiskus, um den es ja im Fall Bono / U2 geht, selbst eine Steueroase ist, Stichwort Apple.

    Das Problem ist hier in der Tat eher die Politik und das (selbst in der EU) nicht harmonisierte Steuerrecht.

    Bei einem Investment kann ich da auch kein "System" erkennen. Wenn jetzt rauskäme, dass er ausschließlich Konten auf den Bahamas hat und seine Villa in Dublin von einer ausländischen Firma, die ihm gehört, für 1 € monatlich gemietet hätte, aber so... wie gesagt, ein Investment, und daran war er augenscheinlich auch nicht mal leitend beteiligt.

    Dass der Mann sein Geld nicht nur zur örtlichen Sparkasse (und selbst die arbeiten mit Steuertricks) bringt dürfte jeder verstehen.

  24. Die folgenden 5 Mitglieder bedanken sich bei hardti für dieses Posting:


  25. #13
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    Zitat Zitat von hardti Beitrag anzeigen
    Nachdem was bekannt ist war Bono "nur" an einer Immobilienfirma beteiligt. Und das als "minority". Die Firma saß auf Malta und hat ihren Besitz, das Einkaufszentrum in Litauen, dann nach Jersey verlegt. Es war ein Investment von vermutlich vielen, über die wir nichts wissen.

    Wo Bono selbst da jetzt Anwälte und Trust-Verwalter eingeschaltet hat sehe ich da (noch) nicht, eben sowenig dass er sein gesamtes Vermögen (um es überspitzt auszudrücken) am Fiskus vorbei schleust. Wobei gerade der irische Fiskus, um den es ja im Fall Bono / U2 geht, selbst eine Steueroase ist, Stichwort Apple.

    Das Problem ist hier in der Tat eher die Politik und das (selbst in der EU) nicht harmonisierte Steuerrecht.

    Bei einem Investment kann ich da auch kein "System" erkennen. Wenn jetzt rauskäme, dass er ausschließlich Konten auf den Bahamas hat und seine Villa in Dublin von einer ausländischen Firma, die ihm gehört, für 1 € monatlich gemietet hätte, aber so... wie gesagt, ein Investment, und daran war er augenscheinlich auch nicht mal leitend beteiligt.

    Dass der Mann sein Geld nicht nur zur örtlichen Sparkasse (und selbst die arbeiten mit Steuertricks) bringt dürfte jeder verstehen.
    Das stimmt, inwieweit er da involviert ist, weiß man natürlich nicht.

    Aber die Tatsache, dass er in den Paradise Papers auftaucht, lässt ja darauf schließen, dass er auch durch die Kanzlei Appleby direkt oder indirekt beraten wurde.

  26. #14
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    Zitat Zitat von CoolinInCali Beitrag anzeigen
    Das stimmt, inwieweit er da involviert ist, weiß man natürlich nicht.

    Aber die Tatsache, dass er in den Paradise Papers auftaucht, lässt ja darauf schließen, dass er auch durch die Kanzlei Appleby direkt oder indirekt beraten wurde.
    Nein, die lässt für mich darauf schließen dass die Kanzlei für die Immobilienfirma tätig war.

  27. #15
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    Für mich wäre z.B. eine Grenze überschritten, wenn er über irgendein Modell in ein Rüstungsunternehmen investiert wäre. Da ginge es mir dann aber nicht um den finanziellen Aspekt.
    Geändert von Hewson (06.11.2017 um 08:22 Uhr)

  28. #16
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    Wie man seine moralische Autorität verspielt: Bono und die Paradise Papers

    Zitat Zitat von innergetic Beitrag anzeigen
    Vorab: natürlich wird das alles im Moment hochgejubelt und zu einer Story aufgebaut. Aber trotzdem!

    Ich habe mit Interesse diesen Thread verfolgt (http://u2-forum.com/showthread.php?2...g-San-Suu-Kyi&), beschäftigt mich auch sehr, dass U2 da jemanden gepusht haben und sich nun dezent zurückhalten.
    Nun ist heute herausgekommen, dass z.B. die Queen, große Firmen und eben auch Bono mit Hilfe von Offshore-Firmen Geld an der Steuer vorbeigeschleust haben.
    (kurz und knapp z.B. hier: http://www.tagesschau.de/ausland/par...apers-189.html)

    Das ist nicht illegal! Aber moralisch höchst fragwürdig.
    Ohne jetzt eine Neiddebatte lostreten zu wollen, oder über die Rechtmäßigkeit von Bonos Reichtum diskutieren zu wollen:
    Wie stellt er sich das vor? Wie kann man ernsthaft zu Spenden aufrufen, wie kann man ernsthaft die höhere Verwendung von staatlichen Mitteln (also Geld, das eben aus Steuern kommt) verlangen, und selber eben diese Steuern meiden?
    Wie kann man ernsthaft davon sprechen, dass es nur einen Dollar am Tag braucht, um Menschen am Leben zu erhalten, und dann Millionen am Fiskus vorbeileiten?

    Noch einmal: Ich gönne Bono seine Kohle. Ein nicht unerheblicher Teil kommt von mir
    Aber es beschädigt, wenn nicht sogar vernichtet seine moralische Integrität, wenn man so etwas macht. Da hilft es nichts, wenn andere es auch tun.

    Ich erinnere mich an Glastonbury, und die recht angefressene Reaktion auf das "U pay tax 2?"-Transparent. Ich frage mich, was passieren würde, wenn einige Fanclubs auf Konzerten etwas ähnliches abziehen würden, und Bono die Gretchenfrage stellen würden: Bist du wirklich noch "a rock star with a cause" (2004)? Oder nur noch "peeling off those dollar bills? [...] 100, 200?"
    Ich habe dazu schon mal was geschrieben und auf die Mütze bekommen- ich finde diese steuersparmodelle moralisch nicht korrekt- weil es der Gesellschaft was weg nimmt.
    Soziale Sachen werden mit Steuergeldern bezahlt und wenn die nicht gezahlt werden fehlt etwas. Spielplätze/Strassenbelag etc.
    Und ich pflichte dir bei das es ein Integritätsverlust ist.
    Das kommt mir vor wie Wasser predigen und Wein trinken.
    Zitat Zitat von Hewson Beitrag anzeigen
    Für mich wäre z.B. eine Grenze überschritten, wenn er über irgendein Modell in ein Rüstungsunternehmen investiert wäre. Da ginge es mir dann aber nicht um den finanziellen Aspekt.
    Diese ganzen Beteiligungen an Softwarespielen mit Kriegsspielen zählt dazu oder nicht?



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    Geändert von kirsten.e (06.11.2017 um 08:47 Uhr)
    Rom/ Dublin/ Amsterdam 2017
    Egal, was dir passiert: es gibt immer einen, der es kommen sah!

  29. #17
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    Aus meiner Sicht macht es schon einen Unterschied, ob man seine Klamotten bei kik kauft bzw. ein „Normalverdiener“ seine Steuern optimiert oder ob man es als Multimillionär nötig hat, Briefkastenfirmen auf Malta zu nutzen, um noch den letzten Cent seines Vermögens zu erhöhen. Das hat etwas von „Onkel Dagobert“. Und da Argument „we only want your Voiles“ zieht m.E. auch nicht wirklich: Letztendlich möchte Bono einen Teil unserer Steuergelder, die er mit diesen Modellen aber offenbar selbst nicht zu zahlen bereit ist. Stattdessen lieber ein Supermarkt in Litauen?! Na, ich weiß nicht...
    "Die Prilblume der Popmusik!"

  30. Die folgenden 2 Mitglieder bedanken sich bei CElevate für dieses Posting:


  31. #18
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    Zitat Zitat von kirsten.e Beitrag anzeigen
    Ich habe dazu schon mal was geschrieben und auf die Mütze bekommen- ich finde diese steuersparmodelle moralisch nicht korrekt- weil es der Gesellschaft was weg nimmt.
    Soziale Sachen werden mit Steuergeldern bezahlt und wenn die nicht gezahlt werden fehlt etwas. Spielplätze/Strassenbelag etc.
    Und ich pflichte dir bei das es ein Integritätsverlust ist.
    Das kommt mir vor wie Wasser predigen und Wein trinken.
    Diese ganzen Beteiligungen an Softwarespielen mit Kriegsspielen zählt dazu oder nicht?



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    ICH persönlich optimiere meine Steuern auch, das heisst auch ich versuche möglichst viel Steuern auf LEGALEM Weg am Fiskus vorbeizuschleusen. Mit dem Geld das ich dabei spare, kann ich es mir leisten, Geld zu spenden an Stellen die mir lieber sind.
    Als wenn es so wäre dass der Staat mit den eingenommenen Steuern hauptsächlich soziale Sachen finanziert oder die vielzitierte Schule baut.
    Das ist doch lächerlich!!

    http://www.taz.de/!5369129/

    Steuergelder werden gerne in die Rüstungsindustrie investiert.
    Danke, nee, da versuche ich lieber weniger Steuern zu zahlen und dafür dann mein Geld zu spenden.

    Zitat Zitat von CElevate Beitrag anzeigen
    Aus meiner Sicht macht es schon einen Unterschied, ob man seine Klamotten bei kik kauft bzw. ein „Normalverdiener“ seine Steuern optimiert oder ob man es als Multimillionär nötig hat, Briefkastenfirmen auf Malta zu nutzen, um noch den letzten Cent seines Vermögens zu erhöhen. Das hat etwas von „Onkel Dagobert“. Und da Argument „we only want your Voiles“ zieht m.E. auch nicht wirklich: Letztendlich möchte Bono einen Teil unserer Steuergelder, die er mit diesen Modellen aber offenbar selbst nicht zu zahlen bereit ist. Stattdessen lieber ein Supermarkt in Litauen?! Na, ich weiß nicht...
    Für mich macht das keinen Unterschied. Wer ist denn derjenige der entscheidet was moralisch vewerflich ist? Ich finde es moralisch höchst verwerflich, dass hier in der Ersten Welt Menschen ein T-Shirt kaufen für 3.99, vielleicht noch für eines ihrer Kinder, das irgendwo in einem Drittweltland unter unmenschlichen Bedingungen selbst von einem Kind zusammengenäht wurde. Angefangen vom Färbeprozess mit teils giftigen Farben, wo die Menschen dort mit bloßen Händen in der Färbetinktur rummachen. Dann die Näher in den Fabriken, die teilweise 14 Std Schichten haben und mit viel Glück einen Tag frei. Ganz zu schweigen von dem Hungerlohn, den sie erhalten. Wenn sie mehr als einmal pro Schicht auf die Toilette müssen, werden sie gefeuert.

    Unter Anbetracht der Tatsache, dass der Staat ja leider hauptsächlich nichts sinnvolles mit den Steuern vorhat, finde ich Steueroptimierung moralisch wesentlich weniger verwerflich als so etwas.
    Geändert von Lufuki (06.11.2017 um 09:19 Uhr)

  32. #19
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    Wie man seine moralische Autorität verspielt: Bono und die Paradise Papers

    Zitat Zitat von Lufuki Beitrag anzeigen
    ICH persönlich optimiere meine Steuern auch, das heisst auch ich versuche möglichst viel Steuern auf LEGALEM Weg am Fiskus vorbeizuschleusen. Mit dem Geld das ich dabei spare, kann ich es mir leisten, Geld zu spenden an Stellen die mir lieber sind.
    Als wenn es so wäre dass der Staat mit den eingenommenen Steuern hauptsächlich soziale Sachen finanziert oder die vielzitierte Schule baut.
    Das ist doch lächerlich!!

    http://www.taz.de/!5369129/

    Steuergelder werden gerne in die Rüstungsindustrie investiert.
    Danke, nee, da versuche ich lieber weniger Steuern zu zahlen und dafür dann mein Geld zu spenden.



    Für mich macht das keinen Unterschied. Wer ist denn derjenige der entscheidet was moralisch vewerflich ist? Ich finde es moralisch höchst verwerflich, dass hier in der Ersten Welt Menschen ein T-Shirt kaufen für 3.99, vielleicht noch für eines ihrer Kinder, das irgendwo in einem Drittweltland unter unmenschlichen Bedingungen selbst von einem Kind zusammengenäht wurde. Angefangen vom Färbeprozess mit teils giftigen Farben, wo die Menschen dort mit bloßen Händen in der Färbetinktur rummachen. Dann die Näher in den Fabriken, die teilweise 14 Std Schichten haben und mit viel Glück einen Tag frei. Ganz zu schweigen von dem Hungerlohn, den sie erhalten. Wenn sie mehr als einmal pro Schicht auf die Toilette müssen, werden sie gefeuert.

    Unter Anbetracht der Tatsache, dass der Staat ja leider hauptsächlich nichts sinnvolles mit den Steuern vorhat, finde ich Steueroptimierung moralisch wesentlich weniger verwerflich als so etwas.
    Der Unterschied von dir und Bono ist- du kannst gar nicht an der Steuer vorbei- du kannst zwar deine Belege abgeben-aber ich bezweifle das du es ins Ausland bekommst.
    Und doch werden mit Steuergeldern soziale Projekte bezahlt und auch Strassenbeläge.... oder Schwimmbäder.. usw.
    Rüstung auch klar- aber erzähle mir nicht das wenn man Steuergelder spart das dann der Staat an Rüstung spart- eher an den anderen Projekten.


    Was ist mit den Beteiligungen von Elevation an Bioware und pandemic studios? Die abballerspiele im Programm haben?

    Die Integrität leidet wenn man Wasser predigt und Wein trinkt.
    Oder Frieden Predigt und in Spiele investiert die mit Frieden nichts zu tun haben.
    Das Geld mit offshore Firmen in Malta am Fiskus vorbei zu bringen ist wenn auch hier gerne anders dargestellt nicht vorbildlich.
    Und leid tut mir Bono dafür auch nicht- er will das doch so- das ist sein ich will reicher werden Ding.



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    Egal, was dir passiert: es gibt immer einen, der es kommen sah!

  33. #20
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    Zitat Zitat von kirsten.e Beitrag anzeigen
    Diese ganzen Beteiligungen an Softwarespielen mit Kriegsspielen zählt dazu oder nicht?
    Natürlich nicht. Ich selbst zocke zwar (überhaupt) nicht, finde aber die Existenz solcher Spiele nicht verwerflicher als beispielsweise die Produktion von Kriegsfilmen, die auch nicht mein favorisiertes Genre sind.

    Ich will hier auch nicht eine Diskussion führen, ob derartige Comupterspiele nun ihren Beitrag zur zweifelsohne leider zu konstatierenden Zunahme der Verrohrung unserer Gesellschaft leisten (anderes Thema!), sehe aber jedenfalls noch einen Unterschied in der Produktion und dem Vertrieb solcher Spiele, die m.E. zuvorderst den sie Spielenden zu schaden geeignet sind, und echten Waffen, insbesonde schwerem Kriegsgerät, und deren anschließendem fragwürdigen Export in Staaten wie beispielsweise Saudi-Arabien oder die Türkei.
    Geändert von Hewson (06.11.2017 um 09:41 Uhr)

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